Einleitung
Temperaturregelung des Plastics Processing Frameworks
Der Temperaturregler des Plastics Processing Frameworks wurde auf
- ein schnelles Anregeln,
- überschwingfreies Führungsverhalten,
- schnelles Ausregeln von Störungen,
- optimales Heiz- und Kühlverhältnis,
- selbstständige Parameterermittlung und
- exaktes Führungsverhalten während der Produktion
optimiert. Diese Anforderungen sind mit einem normalen PID-Regler nicht zu realisieren, wodurch neben dem PID-Regler weitere Algorithmen implementiert wurden.
Das folgende Bild zeigt schematisch den Aufbau des Reglers.

Ermittlung der Streckenparameter:
- Findet über das Wendetangentenverfahren statt.
- Getrennte Regelparameterermittlung für das Heizen und Kühlen.
- Ermittlung des Vorsteueranteils (Idle-Load):
- Mindert das Überschwingen bei Sollwertänderung.
- Parameterermittlung muss im eingeregelten Zustand durchgeführt werden.
- Dauert nur einige Sekunden und beeinflusst nicht die Ist-Temperatur.
Das Regelverhalten:
- Große Sollwertsprünge: Regelt der Beckhoff Algorithmus. Nach dem Erreichen der Solltemperatur wird der PID-Regler hinzu geschaltet. Durch die optimal aufeinander abgestimmten Regler-Kombinationen ist ein schnelles und überschwingfreies Ausregeln möglich.
- Kleine Sollwertsprünge: Werden durch einen modifizierten PID-Regler geregelt, welcher auf den Umgang mit großen Totzeiten optimiert wurde.
- Exaktes Führungsverhalten: Um ein exaktes Führungsverhalten während der Produktion zu garantieren, sind neben dem PID-Regler weitere Stabilisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Berücksichtigung von Transport- und Friktionsenergie, getroffen worden.
Weitere Besonderheiten des Reglers:
- Unterstützung üblicher Thermoelemente und Pt-Sensoren.
- Error-Heating: Ermöglicht das Produzieren auch bei Temperaturfühlerdefekt.
- Extruder-Kompensation: Berechnet die Scherleistung und den Materialtransport in den Prozesswert mit ein.
- Zoning: Verteilung der Einschaltzeiten innerhalb eines PWM-Zyklus vermeidet unnötige Leistungsspitzen.
- Leistungskontrolle Heizbänder: Misst und überprüft die Heizleistung der Heizbänder.
- I/O-Swap: Ist ein Ein- bzw. Ausgangskanal defekt, so kann dieser vom Bediener im laufenden Betrieb vom einen zum anderen Kanal umgelenkt werden.
- Der Temperaturregler übernimmt die gesamte Klemmenkommunikation, sodass der Regler lediglich parametriert werden muss.
- Es stehen Lade- und Speicherroutinen zur separaten Speicherung der Produkt- und Maschinendaten zur Verfügung.
- Es stehen verschiedene Filterfunktionen (z.B. HMI-Filter) zur Verfügung.
- Es stehen Funktionen zum Alarmhandling bereit.
- Die Bibliothek überwacht:
- den Betriebszustand der Klemmen,
- das Autotuning,
- ob die aktuelle Temperatur bestimmte Grenzwerte überscheitet,
- ob zur Heizleistungsausgabe eine angemessene Temperaturänderung vorliegt.
Nützliche Hinweise:
- Beispielprogramm: siehe Knowledge Base unter Inbetriebnahme.
- Inbetriebnahmeanleitung: siehe Knowledge Base.
- Wie binde ich weitere Funktionen ein (Leistungsmessung, Scope-Funktionen usw.): siehe Knowledge Base in den FAQs.