TwinCAT Package Manager (TwinCAT 3.1.4026)
Die folgende Installationsanleitung richtet sich an Anwender, die TwinCAT 3.1 Build 4026 installieren. Zur Installation von TwinCAT 3.1 Build 4024 lesen Sie die Dokumentation Installation TwinCAT 3.1 Build 4024.
Die Installation von TwinCAT 3.1 Build 4026 erfolgt mit Hilfe des TwinCAT Package Managers auf Windows-Systemen. Die Installation der Runtime auf Linux erfolgt wie in der Dokumentation Beckhoff RT Linux® beschrieben. Die Installation der Runtime auf TwinCAT/BSD erfolgt wie in der Dokumentation TwinCAT/BSD beschrieben.
Durch das Setup des TwinCAT Package Managers können Sie TwinCAT nicht nur wie bisher in drei Varianten installieren, sondern weitere TwinCAT-Komponenten einzeln auswählen und installieren. Außerdem können Sie die TwinCAT-Komponenten einzeln aktualisieren und deinstallieren. Um die einzelnen TwinCAT-Komponenten installieren und nutzen zu können, installieren Sie zuerst den Workload TwinCAT Standard.
![]() | Installation von TwinCAT 3 Build 4026 auf existierenden TwinCAT-4024-Systemen nur mit Migration Auf Systemen mit existierendem TwinCAT 3 Build 4024 können Sie das TwinCAT 3 Build 4026 nur per Durchführung einer Migration installieren. Eine geführte Migration steht über den TwinCAT Package Manager zur Verfügung. Falls gewünscht, können Sie Engineering-Versionen < Build 4026 anschließend (so wie bislang) als Remote Manager installieren. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Existierende TwinCAT-Software migrieren. |
![]() | Um TwinCAT Package Manager und TwinCAT 3.1 Build 4026 nutzen zu können, benötigen Sie den myBeckhoff-Account. |
Der TwinCAT Package Manager basiert auf zwei Komponenten, die aufeinander aufbauen:
- TwinCAT Package Manager: Die Benutzeroberfläche für die menügeführte Installation (User Interface; UI)
- TwinCAT Package Manager Command Line Interface (CLI): Das Kommandozeilenprogramm wird von der Oberfläche genutzt.
Sämtliche Aktionen der Benutzeroberfläche führen zu Aufrufen des Kommandozeilenprogramms. Daraus ergibt sich, dass alle Funktionen der Benutzeroberfläche in der Kommandozeile abbildbar sind, die Kommandozeile teilweise jedoch detailliertere Funktionen bereitstellen kann, die nicht in der Benutzeroberfläche abgebildet sind.
Grundlagen
Der TwinCAT Package Manager lädt Pakete und ihre Abhängigkeiten von einem oder mehreren sogenannten Feeds runter. Als Feeds stehen von Beckhoff „Stable“ sowie „Testing“ und „Outdated“ bereit. Kundenseitig können aber auch eigene Feeds angeboten werden, wenn diese z. B. TwinCAT-Pakete für die Offline-Installation beinhalten. Die Grundlagen hierfür sind entweder normale Verzeichnisse („c:\packagesoffline“, ggf. über ein Netzwerklaufwerk bereitgestellt) oder NuGet-Paketserver.
Im TwinCAT Package Manager wird Beckhoff Software in Form von Workloads und Paketen bereitgestellt. Workloads repräsentieren Produkte und setzen sich aus einem oder mehreren Paketen zusammen, die die Softwarefunktionen bereitstellen. Um die vollständige Funktionalität eines Produkts sicherzustellen, empfehlen wir die Installation von Workloads.
Hinweise zur Funktionsweise des TwinCAT Package Managers
Der TwinCAT Package Manager basiert auf der NuGet-Technologie, -Paketformat und -Kommunikation. Verschiedene TwinCAT-spezifische Eigenschaften wurden über NuGet-Mechanismen realisiert, die sich in CLI sowie UI Client widerspiegeln. Folgende Eigenschaften sind für Ihre IT relevant:
- Für die Installation und Deinstallation der Pakete werden typische Rechte eines Administrators (inkl. Rechten zum Ausführen von Skripten, Installieren von MSIs usw.) benötigt. Die UI kann auch von Nutzern ohne Administratorrechte verwendet werden – bei Bedarf fordert sie diese an („Least Privilege Prinzip“).
- Die Kommunikation zu den Beckhoff-Servern erfolgt über https zu den konfigurierten Feeds. Wenn Firewalls Certifcate- oder Deep Packet Inspections machen, kann es deswegen zu Problemen kommen. In diesem Fall wird empfohlen, Ausnahmen für die verwendeten Beckhoff-Server einzurichten.
- Die TwinCAT-Pakete von Beckhoff sind signiert, sodass der Integritätsschutz auch dann noch gewährt ist, wenn z. B. lokale Kopien mit eigenen Servern erzeugt werden. So ist die Verschlüsselung der Übertragung der Pakete hierfür nicht relevant.
- Die Nutzung von lokalen Verzeichnissen als Feed ist möglich, das ist aber langsamer. Das TwinCAT-Paketmanagement muss hierbei die ganzen Pakete nach Metainformationen (Name, Version …) durchsuchen. Diese Informationen werden von einem NuGet-Server als getrennte Informationen bereitgestellt, was in der Regel eine bessere Performance liefert.
- Die Beckhoff Package Server nutzen eine Load-Balancing-Technik, wodurch keine statischen IPs verwendet werden.
