Bearbeitung zur Laufzeit

Symbol Explorer

In manchen Projekten gibt es Vorgaben an den Benutzeradressschlüssel, welche mit dem DPAD-Algorithmus nicht optimal realisierbar sind.

Alternativ zu dem DPAD-Algorithmus, können die Namen- und Beschreibungstexte der Objekte, auch mit Hilfe der BaExtension des TwinCAT Symbol Explorers bearbeitet werden.

Persistente Parameter

In bestehenden Projekten gibt es keinen Zugriff auf die Initial-Werte von Parametern, da diese bereits mit Werten zur Laufzeit überschrieben wurden. Da sie mittels PERSISTENT Keyword, dem Standard-Mechanismus von TwinCAT persistiert werden.

Aus diesem Grund wird mit persistenten Parametern ein alternativer Mechanismus implementiert, um den Zugriff auf Initialwerte zur Laufzeit zu bewahren.

Bearbeitung zur Laufzeit 1:

Für diese Funktionalität ist die Tc3_BA2_Common ab Version 2.2.49 erforderlich!

Umbenennen von Objekten

Um konsistente Texte zu erzeugen, die auch mögliche individuelle Erweiterungen oder Einschränkungen berücksichtigen und dem definierten DPAD entsprechen, sind Initialwerte immer dann zwingend erforderlich, wenn sich Parameter wie ObjectName oder Description ändern.

Die Initialwerte werden separat gespeichert und nur bei Änderungen zur Laufzeit (z. B. TcHMI, SiteExplorer oder BACnet) fortlaufend aktualisiert.

Anwendungsbeispiel:

  • Ein oder mehrere Objekte werden zur Laufzeit umbenannt.
  • Bearbeitung zur Laufzeit 2:
    Bearbeitung zur Laufzeit 3:
  • Nach einer kurzen Verzögerung (ca. 3s) werden die Initialwerte persistiert.
  • Bearbeitung zur Laufzeit 4:
  • Die Titel aller Objekte werden neu generiert. So wird sichergestellt, dass auch Child-Objekte die Änderungen von Parent-Objekten berücksichtigen können.
  • Es erscheinen die neu generierten Titel in allen Objekten.
Bearbeitung zur Laufzeit 5:

Verwaltung der persistenten Parameter

Um die Initial-Werte zu persistieren, wird die Datei xbaObjParam.psd.tab.csv im Boot-Ordner abgelegt.

Diese Datei enthält eine Tabelle aus dem Symbolpfad und Parametern wie ObjectName und Description. Sie ist im CSV-Format gestaltet, sodass sie mit einem Texteditor bearbeitet werden kann.

In diesem Zusammenhang nicht das bekannte PERSISTENT Keyword gemeint!

Mit dem Begriff von persistenten Parametern wird hier ausdrücklich ein alternativer Mechanismus der Persistierung beschrieben.

Performance

Das Generieren von Texten ist rechenintensiv und hängt stark von der Anzahl der Änderungen (also auch den Objekten) ab. Zyklusüberschreitungen sind währenddessen nicht ungewöhnlich!

Mit dem Parameter XBA_Param.nPersistInitVal_BufferSize kann die Puffergröße für die Anzahl an Zeichen pro Schreibvorgang angepasst werden. Je größer der Puffer, desto schneller das Abarbeiten aller Parameter.

Das Lesen und Schreiben ist kaum rechenintensiv und die Dauer des Vorgangs beträgt, bei einer Puffergröße von 4096 Byte, nur wenige SPS-Zyklen. Diese Standard-Einstellung reicht für die meisten Projekte aus.

Migration

In bestehenden Projekten muss das Erstellen der Datei für persistente Parameter manuell ausgelöst werden, um die Initialwerte nachträglich zu persistieren.

Aktualisieren Sie dazu die Bibliothek Tc3_XBA (min. Version 5.6.15) und gehen Sie nach einem der folgenden Workflows (je nach Situation) vor:

Surrogate Migration:

  • Projekt auf anderer SPS ausführen. Persistente Parameter werden automatisch im Boot-Ordner gespeichert.
  • Datei für persistente Parameter auf SPS kopieren.

Boot-Folder replacement migration

  • Backup vom Boot-Ordner erstellen.
  • SPS urlöschen und starten.
    Persistente Parameter werden automatisch im Boot-Ordner gespeichert.
  • SPS zurücksetzen via cold reset.
  • Boot-Ordner durch erstelltes Backup ersetzen.
    Stellt die vorherigen persistenten Daten wieder her. Die Datei für persistenten Parameter bleibt dabei unverändert und verbleibt somit im Boot-Ordner.
  • SPS starten

Snapshot Migration

  • Snapshot mittels Symbol-Explorer erstellen.
  • SPS urlöschen.
  • Update auf eine aktuelle Bibliothek Tc3_XBA (min. Version 5.6.15).
  • SPS starten.
    Persistente Parameter werden automatisch im Boot-Ordner gespeichert.
  • Snapshot wiederherstellen.