Inbetriebnahme

GEFAHR

Offene Wandler-Stromkreise führen zu elektrischem Schlag und Lichtbogenüberschlag!

Nichtbeachtung wird Tod, Körperverletzung oder erheblichen Sachschaden zur Folge haben!

  • Öffnen Sie niemals den Sekundärstromkreis der Stromwandler unter Last.
  • Schließen Sie die Sekundärstromklemmen des Stromwandlers kurz, bevor Sie das Gerät entfernen.

WARNUNG

Gefährliche elektrische Spannung kann zu elektrischem Schlag und Verbrennungen führen!

  • Stellen Sie sicher, dass die Angaben auf dem Typenschild und in den „Technischen Daten“ mit den Betriebsparametern der Anlage übereinstimmen.
  • Vor Beginn der Installationsarbeiten Anlage spannungsfrei schalten!

WARNUNG

Induktion hoher Spannungen in den Sekundärkreis!

  • Bei einem nichtbelasteten (offenen) Sekundärkreis des Stromwandlers werden an dessen Sekundärklemmen hohe Spannungen induziert. Die dabei auftretenden Spannungswerte stellen eine Gefahr für Personen sowie die Funktionssicherheit des Stromwandlers dar.
  • Ein „Offenbetrieb“, das heißt ein Betrieb des Stromwandlers ohne sekundäre Beschaltung, ist unbedingt zu vermeiden.

Hinweise zur Differenzstrom-Messung

Durch eine Beschädigung der elektrischen Isolierung (Verminderung des Isolationswiderstandes) kann es immer wieder zu Personenschäden kommen. Aus diesem Grund sind in vielen Anlagen Fehlerstromschutzschalter (RCD) verbaut. Diese haben einen definierten Auslösebereich von ca. 15 bis 30 mA.

Als weitere Maßnahme gibt es neben dem Fehlerstromschutzschalter die Messung des Isolationswiderstandes der Anlage als Wiederholungsmessung gemäß DIN VDE 0105 Teil 100, mit der sichergestellt wird, dass die Anlage den Sicherheitsvorschriften und den Errichtungsnormen entspricht. Diese Messung kann nur an einer spannungsfreien Anlage durchgeführt werden. Der Richtwert hierfür liegt bei vier Jahren.

Aus finanziellen Gründen werden kürzere Prüfintervalle, auch wenn die Anlage bereits deutlich gealtert ist, nicht bevorzugt. Um Degenerationserscheinungen im Isolationssystem der Anlage dennoch frühzeitig zu erkennen und somit einer nicht geplanten Abschaltung entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine Differenzstrommessung.

Mit dieser Methode können bereits sehr geringe Fehlerströme detektiert werden, die die Ursache für die Degeneration der Isolation sein können. Neben diesen Fehlerströmen gibt es jedoch weitere Phänomene, die den Sachverhalt verkomplizieren. So werden neben dem Fehlerstrom bzw. dem anlagentypischen ohmschen Ableitstrom auch diverse kapazitive Ableitströme gemessen. Diese geben jedoch keine Auskunft über den Isolationszustand der Anlage.

Diese Ableitströme werden oft von mit Elektromotoren betriebenen Maschinen erzeugt. In der großen Wicklungskapazität des Motors zum Blechpaket und damit zum Gehäuse können kapazitive Ableitströme fließen. Diese vergrößern sich beim Betrieb mit Frequenzumrichtern erheblich und können sogar zu Schäden an den Motorkugellagern führen. Auch die Kapazität langer Motorleitungen führt zu Ableitströmen über den Schirm. Diese Ableitströme haben zur Folge, dass oft ein Differenzstrom jenseits von 30 mA gemessen wird.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist es häufig möglich, eine Tendenz im Differenzstrom zu erkennen. Dies sollte als Zeichen für eine vorgezogene Wiederholungsprüfung gemäß DIN VDE 0105 Teil 100 interpretiert werden.

Die Differenzstrommessung wird mit den Differenzstromwandlern SCT 4xxx durchgeführt. Diese sind mit einigen Universal-Messgeräten kompatibel oder stellen mit einem Zusatzgerät einen 4–20-mA-Ausgang bereit. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, ein Relais anzuschließen.

Messschaltung

Inbetriebnahme 1:Abb.24: Messschaltung SCT4xxx-Wandler

Mittels der Differenzstrommessung ID werden neben dem Ableitstrom IR über die Isolierung auch die Ableitströme IC und IV gemessen. Die kapazitiven Ströme fließen über die Leitungs- und Verbraucher- bzw. Netzfilterkapazitäten.