Prozessdaten und Konfiguration
Die Grundlagen zur Oversampling-Funktion und die Funktionsweise der EL5101-0011 mit dem Einsatz des SYNC0- und SYNC1-Pulses wird im Abschnitt „Grundlagen zur Oversampling Funktion“ erläutert.
Im folgenden Kapitel werden die Einstellung der verschiedenen Parameter mit dem Beckhoff TwinCAT System Manager beschrieben. Die EL5101-0011 bietet folgende Prozessdaten:
Abb.56: EL5101-0011 - Prozessdaten (default)Oversampling-Einstellungen, Distributed Clocks (DC)
Im Reiter „DC“ (siehe folgende Abbildung) kann der Oversampling-Faktor eingestellt werden. Im Auslieferungszustand ist der Oversampling-Faktor n = 1 eingestellt. Durch die Anwahl eines Eintrages im Auswahldialog wird automatisch sowohl das richtige Erfassungsverhältnis auf Distributed-Clocks-Ebene, als auch die korrekte Anzahl der zu übertragenden Prozessdaten eingestellt.
![]() | Sampling-Frequenz Wird ein Oversampling-Faktor benötigt, der nicht in der Liste aufgeführt ist, obliegt es dem Anwender, mit den Informationen aus „Grundlagen zur Oversampling-Funktion“ den SYNC0‑Puls in die gewünschte Relation zum SYNC1-Puls innerhalb der zulässigen Grenzen zu setzen. Beachten Sie dazu den Hinweis „Maximale Sampling-Frequenz / Minimale Zykluszeit“. |
Abb.57: Einstellung des Oversampling-Faktors n = 4 und Anzeige der zu übertragenden ProzessdatenFür EL5101-0011 geltende Sampling-Zeiten TSYNC0
Oversampling- | Zykluszeit TSYNC1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
500 µs | 1.000 µs | 2.000 µs | 5.000 µs | 10.000 µs | |
1 | 500,00 µs | 1.000,00 µs | 2.000,00 µs | 5.000,00 µs | 10.000,00 µs |
2 | 250,00 µs | 500,00 µs | 1.000,00 µs | 2.500,00 µs | 5.000,00 µs |
4 | 125,00 µs | 250,00 µs | 500,00 µs | 1.250,00 µs | 2.500,00 µs |
5 | 100,00 µs | 200,00 µs | 400,00 µs | 1.000,00 µs | 2.000,00 µs |
8 | 62,50 µs | 125,00 µs | 250,00 µs | 625,00 µs | 1.250,00 µs |
10 | 50,00 µs | 100,00 µs | 200,00 µs | 500,00 µs | 1.000,00 µs |
16 | 31,25 µs | 62,50 µs | 125,00 µs | 312,50 µs | 625,00 µs |
20 | 25,00 µs | 50,00 µs | 100,00 µs | 250,00 µs | 500,00 µs |
25 | 20,00 µs | 40,00 µs | 80,00 µs | 200,00 µs | 400,00 µs |
32 | 15,63 µs | 31,25 µs | 62,50 µs | 156,25 µs | 312,50 µs |
40 | 12,50 µs | 25,00 µs | 50,00 µs | 125,00 µs | 250,00 µs |
50 | 10,00 µs | 20,00 µs | 40,00 µs | 100,00 µs | 200,00 µs |
64 | Nicht zulässig, da TSYNC0 < 10 µs | 15,63 µs | 31,25 µs | 78,125 µs | 156,25 µs |
80 | Nicht zulässig, da TSYNC0 < 10 µs | 12,50 µs | 25,00 µs | 62,50 µs | 125,00 µs |
100 | Nicht zulässig, da TSYNC0 < 10 µs | 10,00 µs | 20,00 µs | 50,00 µs | 100,00 µs |
Für EL5101-0011 geltende Sampling-Frequenzen FSYNC0
Oversampling- | Zykluszeit TSYNC1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
500 µs | 1.000 µs | 2.000 µs | 5.000 µs | 10.000 µs | |
1 | 2,0 kSps | 1,0 kSps | 0,5 kSps | 0,2 kSps | 0,1 kSps |
2 | 4,0 kSps | 2,0 kSps | 1,0 kSps | 0,4 kSps | 0,2 kSps |
4 | 8,0 kSps | 4,0 kSps | 2,0 kSps | 0,8 kSps | 0,4 kSps |
5 | 10,0 kSps | 5,0 kSps | 2,5 kSps | 1,0 kSps | 0,5 kSps |
8 | 16,0 kSps | 8,0 kSps | 4,0 kSps | 1,6 kSps | 0,8 kSps |
10 | 20,0 kSps | 10,0 kSps | 5,0 kSps | 2,0 kSps | 1,0 kSps |
16 | 32,0 kSps | 16,0 kSps | 8,0 kSps | 3,2 kSps | 1,6 kSps |
20 | 40,0 kSps | 20,0 kSps | 10,0 kSps | 4,0 kSps | 2,0 kSps |
25 | 50,0 kSps | 25,0 kSps | 12,5 kSps | 5,0 kSps | 2,5 kSps |
32 | 64,0 kSps | 32,0 kSps | 16,0 kSps | 6,4 kSps | 3,2 kSps |
40 | 80,0 kSps | 40,0 kSps | 20,0 kSps | 8,0 kSps | 4,0 kSps |
50 | 100,0 kSps | 50,0 kSps | 25,0 kSps | 10,0 kSps | 5,0 kSps |
64 | Nicht zulässig, da FSYNC0 > 100 kSps | 64,0 kSps | 32,0 kSps | 12,8 kSps | 6,4 kSps |
80 | Nicht zulässig, da FSYNC0 > 100 kSps | 80,0 kSps | 40,0 kSps | 16,0 kSps | 8,0 kSps |
100 | Nicht zulässig, da FSYNC0 > 100 kSps | 100,0 kSps | 50,0 kSps | 20,0 kSps | 10,0 kSps |
„StartTimeNextLatch“
Das Prozessdatum „StartTimeNextLatch“ (Index 0x1A01) ist per default aktiviert.
Im 32 Bit breiten Prozessdatum „StartTimeNextLatch“ wird in jedem Prozessdatenzyklus der Zeitpunkt angegeben, wann der nächste SYNC1-Puls und damit der nächste Block an Sample-Werten beginnt. „StartTimeNextLatch“ verändert sich also in jedem Zyklus um den Betrag derjenigen Taskzykluszeit, mit der diese Klemme betrieben wird. Diese Zeitangabe basiert auf der klemmenlokalen Distributed-Clocks-Zeit. Die Klemme bildet nur die 64 Bit große Distributed-Clocks-Zeit ab.
Durch diese Zeitangabe können mit dem bekannten Oversampling-Faktor alle Samples zeitlich mit anderen Zeitangaben im EtherCAT-Bus in Zusammenhang gebracht werden.
Beispiel:
Die Klemme liefert im betrachteten Zyklus bei
Zykluszeit = 1 ms (= 1.000.000 ns) und
Oversampling-Faktor n = 20
als Prozessdaten ein StartTimeNextLatch = 503.330.625.067.077.000dez und
20 Messwerte (Counter Value) zu je 32 Bit.
Es soll nun der Messzeitpunkt des 5. gelieferten Positionswertes ermittelt werden, d. h. um welche Distributed-Clocks-Zeit der 5. Positionswert ermittelt wurde.
Der aktuell gelieferte Satz von 20 Counter Values wurde zum Zeitpunkt:
503.330.625.067.077.000 - 1.000.000 (Zykluszeit) = 503.330.625.066.077.000 ns gestartet.
Der Zeitabstand zwischen den Samples beträgt 1.000.000 / 20 = 50.000 ns.
Der 5. Positionswert wurde also zum Zeitpunkt:
503.330.625.066.077.000 + ((5 - 1) * 50.000) = 503.330.625.066.027.000 ns ermittelt.
Spezieller Oversampling-Faktor und „Shift-Time“ für den SYNC0-Puls
Hinweis | |
VORSICHT! Beschädigung der Geräte möglich! Bei der Manipulation dieser Einstellungen im System Manager wird softwareseitig keine Plausibilitätskontrolle durchgeführt! |
Zählerstand setzen - Referenzieren:
Da Inkrementalgeber nach dem Einschalten keine eindeutige Positionsangabe liefern, sollte eine Referenzfahrt durchgeführt werden.
Referenzpunkt kann manuell über das Ausgangsprozessdatum „Set counter“ (Index 0x7000:03) gesetzt werden.
„Set counter“ (Index 0x7000:03)
- Im Prozessdatum „Set counter value“ (Index 0x7000:11) wird der Wert geschrieben, der als Referenzwert gesetzt werden soll (Default: 0).
- Die Funktion wird aktiviert, durch Setzen des Bits im Ausgangsprozessdatum „Set counter“ (Index 0x7000:03) = TRUE.
- Der Wert aus dem Prozessdatum „Set counter value“ (Index 0x7000:11) wird in das Prozessdatum „Counter value“ (Index 0x6000:11) geschrieben.
- Der Wert des Bits im Prozessdatum „Set counter done“ (Index 0x6000:03) wird auf TRUE gesetzt.
- Erst wenn der Wert des „Set counter done“-Bits (Index 0x6000:03) = FALSE ist, kann nach erneuter Aktivierung des Prozessdatums „Set counter“ (Index 0x7000:03) der nächste Referenzwert in das Prozessdatum „Counter value“ (Index 0x6000:11) geschrieben werden.
Drahtbrucherkennung / Open circuit detection
- Für die Kanäle A, B und C kann jeweils separat eine Drahtbrucherkennung aktiviert werden (Index 0x8000:0B, 0x8000:0C, 0x8000:0D).
- In der Werkseinstellung ist die Drahtbrucherkennung für die Kanäle A und B aktiviert.
- Eine differentielle Spannung -0,475 V > Vid >+0,475 V (typ., Änderungen vorbehalten) wird als Drahtbruch detektiert.
- Ein erkannter Drahtbruch wird im Prozessdatum „Open circuit“ (Index 0x6000:07) = TRUE angezeigt. Die separate Anzeige eines Drahtbruchs wird in den Indizes 0xA000:01 (Spur A), 0xA000:02 (Spur B) und 0xA000:03 (Spur C) angezeigt.
- Das Eingangsprozessdatum „TxPDO State“ wird bei einem erkannten Drahtbruch ebenfalls TRUE, da von ungültigen Daten ausgegangen werden muss.
Weitere zyklische Informationen
Weiterhin stehen folgende zyklische Informationen zur Verfügung:
Variable | Bedeutung |
|---|---|
Sync error | Im DC‑Mode: zeigt an, ob in dem abgelaufenen Zyklus ein Synchronisierungsfehler aufgetreten ist. Das bedeutet, ein SYNC-Signal wurde in der Klemme ausgelöst, es lagen aber keine neuen Prozessdaten vor (0 = OK, 1 = NOK). |
TxPDO State | Zeigt an, ob ein Fehler aufgetreten ist (=TRUE). Wird ein interner Fehler detektiert oder ein „Open Circuit“ gemeldet, so wird „TxPDO State“ auf TRUE gesetzt, da von ungültigen Daten ausgegangen werden muss. |
DcOutputShift, DcInputShift | In diesen statischen Variablen gibt der System Manager bekannt, auf welche Shift-Zeit diese Klemme eingestellt worden ist. Der Wert wird einmalig beim Aktivieren/Berechnen der Konfiguration festgelegt und ist auch von den kundenspezifischen Einstellungen in den erweiterten Slave-Einstellungen abhängig. Er kann zu Offsetberechnungen in der SPS verlinkt werden. |
StartTimeNextLatch | Siehe Kapitel „StartTimeNextLatch“ |
