Netzwerkeinstellungen
Unter Beckhoff RT Linux® wird die Netzwerkeinstellung mit dem Systemdienst systemd-networkd verwaltet. Der Dienst ist standardmäßig in systemd integriert und wird dazu verwendet, um Netzwerkeinstellungen zu verwalten und Netzwerkschnittstellen zu konfigurieren.
Bevor auf die spezifische Konfiguration von Netzwerken unter Beckhoff RT Linux® eingegangen wird, ist es wichtig, das Konzept einer Netzwerkschnittstelle zu verstehen. Eine Netzwerkschnittstelle stellt die Verbindung zwischen der Systemsoftware und der physischen oder virtuellen Netzwerkhardware her. Auf einem System können mehrere Schnittstellen existieren, die jeweils über einen eindeutigen Identifikator verfügen, z. B. einen Index, einen Gerätenamen oder eine Adresse innerhalb eines bestimmten Netzwerks.
Um alle Netzwerkschnittstellen auf dem System anzuzeigen, kann folgender Befehl genutzt werden:
ip link showDie Ausgabe könnte beispielhaft wie folgt aussehen:
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
2: eno1: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 00:01:05:9d:43:1f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
altname enp0s31f6
altname enx0001059d431f
3: enp2s0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 00:01:05:9d:43:20 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
altname enx0001059d4320
4: enp3s0: <NO-CARRIER,BROADCAST,MULTICAST,UP> mtu 1500 qdisc mq state DOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 00:01:05:9d:43:21 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
altname enx0001059d4321
5: tap0: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc noop state DOWN mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 42:2f:4e:a1:a0:1f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
6: veth123@if7: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc noqueue state UP mode DEFAULT group default qlen 1000
link/ether 82:4d:5a:07:50:77 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff link-netns ns1In diesem Beispiel sind vier Netzwerkschnittstellen mit ihren jeweiligen Indizes und Namen aufgelistet:
1: lo:
2: eno1:
3: enp2s0:
4: enp3s0:
5: tap0:
6: veth123@if7:Die Netzwerkschnittstellen lassen sich wie folgt einordnen: eno1, enp2s0 und enp3s0 sind physische Netzwerkschnittstellen zu externen Netzwerken; lo ist die Loopback-Schnittstelle für lokalen Verkehr auf demselben Rechner; tap0 und veth123@if7 sind virtuelle Netzwerkschnittstellen, die für virtuelle Netzwerke oder Container verwendet werden.
Unterhalb des Index und des Namens wird zusätzlich zu den typspezifischen Adressen der Linktyp angezeigt:
1: lo:
link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
2: eno1:
link/ether 00:01:05:9d:43:1f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
3: enp2s0:
link/ether 00:01:05:9d:43:20 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
4: enp3s0:
link/ether 00:01:05:9d:43:21 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
5: tap0:
link/ether 42:2f:4e:a1:a0:1f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
6: veth123acd@if8:
link/ether 8e:ee:0a:95:cb:dc brd ff:ff:ff:ff:ff:ff link-netns ns1Der Link‑Typ steht in der folgenden Zeile direkt nach "link/"
Die typspezifischen Adressen stehen direkt in derselben Zeile wie der Link‑Typ, unmittelbar nach „link/<type>“:
- Die sechsbyte‑Hexwerte (z. B. 00:01:05:9d:43:1f) sind die Link‑Layer‑Adressen (MAC‑Adressen) für „link/ether“.
- „brd ff:ff:ff:ff:ff:ff“ ist die Broadcast‑Adresse der jeweiligen Schnittstelle.
- Bei „link/loopback“ sind die Adressen 00:00:00:00:00:00 (Loopback‑Link‑Adresse und Broadcast).
Beispielzeile: 2: eno1: link/ether 00:01:05:9d:43:1f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff → link type = link/ether, link‑address = 00:01:05:9d:43:1f, broadcast = ff:ff:ff:ff:ff:ff
Auf dieser Grundlage lassen sich Netzwerkverbindungen verwalten.