Technische Begriffe von Stromwandlern

Begriff

Erklärung

Primärer Bemessungsstrom Ipr (alternatives Formelzeichen IN)

Wert des Bemessungsstroms auf der Primärseite

Sekundärer Bemessungsstrom Isr

Wert des Bemessungsstroms auf der Sekundärseite

Sekundärsignal

Bei Kleinsignal-Wandlern wird mittels interner Bürde ein Spannungssignal im mV‑Bereich ausgegeben (z. B. 333 mV).

Bemessungsleistung Sr

Wert der Scheinleistung (in [VA]), die der Wandler bei sekundärem Bemessungsstrom und Bemessungsbürde an den Sekundärkreis abgeben kann

Bemessungsfrequenz fR

Wert der Bemessungsfrequenz

Genauigkeitsklasse

Angabe, dass die Messabweichungen unter vorgeschriebenen Anwendungsbedingungen innerhalb festgelegter Grenzen liegen.

Bemessungsisolationspegel Um

Höchste Spannung; Effektivwert der höchsten Leiter‑Leiter‑Spannung, für die ein Messwandler im Hinblick auf seine Isolation bemessen ist

Angegeben ist der Wert des Bemessungsisolationspegels in 3 Werten:

1. maximaler Wert der Leiter-Leiterspannung für den die Isolation der Wandler ausgelegt ist;
2. Wert der Nennstehwechselspannung (50 Hz, 1 min), mit welcher die Isolationssicherheit der Geräte geprüft wird
3. Wert des Stoßspannungspegels (diese Angabe ist hier meist unbelegt, da gemäß IEC 61869/1 erst für Wandler mit einer Leiter‑Leiterspannung von > 1,2 kV eine Angabe vorgeschrieben ist)

Überstrom-Begrenzungsfaktor (FS)

Verhältnis des Bemessungs-Begrenzungsstromes zum primären Bemessungsstrom.

Thermischer Bemessungs-Dauerstrom Icth

Wert des Dauerstromes in der Primärwicklung, bei dem die Übertemperatur den in der Norm festgelegten Wert nicht überschreitet, wobei die Sekundärwicklung mit der Bemessungsbürde belastet ist.

Thermischer Bemessungs-Kurzzeitstrom Ith

Wert des Kurzzeitstroms für eine begrenzte Zeit in der Primärwicklung, bei dem die Übertemperatur den in der Norm festgelegten Wert nicht überschreitet, wobei die Sekundärwicklung mit der Bemessungsbürde belastet ist.

Bemessungs-Stoßstrom Idyn

Maximaler Wert des primären Stromes, dessen elektromagnetische Kraftwirkung keine elektrische und mechanische Beschädigung am Stromwandler bei kurzgeschlossener Sekundärwicklung hervorruft.

„Offenspannung“ von Kleinsignalstromwandlern

Aufgrund des niederohmigen Messwiderstandes entsteht bei Kleinsignalwandlern keine gefährliche „Offenspannung“. Das Kurzschließen der Sekundärklemmen ist daher nicht erforderlich.

„Offenspannung“ von klassischen Stromwandlern (z. B. SCT-Wandler mit 1 A und 5 A Sekundärsignal)

WARNUNG Stromwandler, welche nicht direkt mit einem Verbraucher beschaltet werden, müssen aus Sicherheitsgründen sekundärseitig kurzgeschlossen werden!

Ein sekundärseitig offen betriebener Stromwandler induziert an seinen Sekundärklemmen sehr hohe Scheitelspannungswerte. Die Beträge dieser Spannungen können, abhängig von der Dimensionierung des Stromwandlers, Werte bis zu einigen Kilovolt erreichen und stellen somit eine Gefahr für Personen und die Funktionssicherheit des Wandlers dar. Aus Sicherheitsgründen, sowie zur Vermeidung einer im sekundärseitigen Offenbetrieb eintretenden Magnetisierung des Kerneisens, soll ein Offenbetrieb generell vermieden werden.

Erdung von Sekundärklemmen

Gemäß DIN VDE 0141 (01/2000) Absatz 5.3.4, sind Strom- und Spannungswandler für Nennspannungen ab U= 3,6 kV sekundärseitig zu erden.
Bei Niederspannung (U≤ 1,2 kV) kann eine Erdung entfallen, sofern die Wandlergehäuse über keine großflächig berührbaren Metallflächen verfügen.