Wiederherstellen des Auslieferungszustandes
Manche EtherCAT-Geräte („Slaves“, „SubDevice“) speichern lokal persistent (stromausfallsicher) Parameter oder Daten. Um diese zurückzusetzen, kann per EtherCAT‑Master (z. B. TwinCAT) das CoE-Objekt Restore default parameters, Subindex 001 verwendet werden (s. Abb. Auswahl des PDO‚ Restore default parameters)
Abb.191: Auswahl des PDO Restore default parameters
Abb.192: Eingabe des Restore-Wertes im Set Value DialogDurch Doppelklick auf SubIndex 001 gelangen Sie in den Set Value -Dialog.
Ziel ist das Zurücksetzen von persistent im Gerät gespeicherten, anwenderseitig veränderbaren funktionssteuernden „Parametern“ (Settings, Werte, Einstellungen) auf den Standard/Default-Zustand.
Volatile (nicht stromausfallsicher) geführte „Parameter“ werden zurückgesetzt
- durch ein RePower On/Off
- durch einen EtherCAT Statuswechsel durch INIT
wenn in der Gerätedokumentation nicht anders beschrieben. Je nach Gerät und FW-Stand stehen ein oder zwei Rücksetzfunktionen zur Verfügung, zur Verfügbarkeit beachten Sie die jeweilige Gerätedokumentation.
Hinweis | |
Änderung vorhandener Checksummen Etwaig vorhandene Checksummen über die Parameterbereiche ändern sich (natürlich) durch den Reset. |
Reset Stufe 1: Funktions‑Reset „load“
Vom Funktions‑Reset wird angenommen, dass er öfter ggf. mehrmals z. B. bei Inbetriebnahme angewendet wird.
Tragen Sie im Feld Dec den Reset-Wert 1684107116 oder alternativ im Feld Hex den Wert 0x64616F6C ein (ASCII: „load“) und bestätigen Sie mit OK (Abb. Eingabe des Restore-Wertes im Set Value Dialog).
- Alle veränderbaren CoE-Einträge werden auf die Default-Werte zurückgesetzt.
Ausnahme: per Schreibschutzpasswort geschützte Objekte - Je nach Umfang des Objektverzeichnis kann dieser Vorgang von einigen ms bis zu > 1 Sekunde dauern.
- Die Werte können nur erfolgreich zurückgesetzt werden, wenn der Reset auf das Online‑CoE, d. h. auf dem Slave direkt, angewendet wird. Im Offline-CoE können keine Werte verändert werden.
- TwinCAT muss dazu im Zustand RUN oder CONFIG/Freerun befinden, d. h. EtherCAT Datenaustausch findet statt. Auf fehlerfreie EtherCAT-Übertragung ist zu achten.
- Es findet keine gesonderte Bestätigung durch den Reset statt. Zur Kontrolle kann zuvor ein veränderbares Objekt umgestellt werden.
- Dieser Reset-Vorgang kann auch als erster Eintrag in die StartUp-Liste des Slaves mit aufgenommen werden, z. B. im Statusübergang PREOP->SAFEOP oder, wie in Abb. CoE-Reset als StartUp-Eintrag, bei SAFEOP->OP.
- Backup-Objekte werden so in den Auslieferungszustand zurückgesetzt.
Hinweis | |
Geräteabhängig werden einzelne Werte nicht zurückgesetzt Geräteabhängig werden vereinzelt Werte bei „load“ absichtlich nicht zurückgesetzt, wenn die Werte z. B. für die Inbetriebnahme oder wesentliche Gerätefunktionen nötig sind und z. B. die Ermittlung (nach einem Löschen) erheblichen Aufwand bedeuten würde. |
![]() | Alternativer Restore-Wert Bei einigen Klemmen älterer Bauart (FW‑Erstellung ca. vor 2007) lassen sich die Backup‑Objekte mit einem alternativen Restore-Wert umstellen: Dezimalwert: 1819238756, Hexadezimalwert: 0x6C6F6164. Eine falsche Eingabe des Restore-Wertes zeigt keine Wirkung! |
Reset Stufe 2: Daten‑Reset „wipe“
Vom Daten‑Reset wird angenommen, dass er selten z. B. bei Außerbetriebnahme eines Produkts angewendet wird.
Tragen Sie im Feld Dec den Reset-Wert 2003398757 oder alternativ im Feld Hex den Wert 0x77697065 ein (ASCII: „wipe“) und bestätigen Sie mit OK (Abb. Eingabe des Restore-Wertes im Set Value Dialog).
- Das Ziel dieser Funktion ist ein vollständiger Reset (Datenlöschung) auf Werkseinstellung so dass danach keine anwenderspezifischen Einstellungen mehr auslesbar sind
- Sie erfasst die folgenden Parameter-Bereiche (wenn jeweils auf dem Gerät vorhanden)
- CoE (Parameter)
- SoE (Parameter)
- FoE (Dateien auf dem Gerät)
- Registerwerte (falls persistent gespeichert)
- Anwenderspeicher wie NOVRAM (wenn vorhanden)
- Ggf. weitere Daten-Bereiche, wenn vorhanden
- Werte/Daten werden gelöscht, auch wenn sie z. B. mit einem anwenderseitigen Schreibschutzpasswort geschützt sind
- Nicht zurückgesetzt werden:
- FW-Stand und EtherCAT‑Revisionsstand , etwaig erfolgte Updates bleiben also auf dem Gerät installiert
- Elektrische Gesundheitsdaten wie Device Statistics (CoE: 0x1020), Betriebsstundenzähler aller Art, ggf. Histogramme oder Peak-Werte bzgl. Umgebungstemperatur oder Lastzustände, …
- Hersteller-Abgleichdaten die vom Hersteller-Passwort geschützt sind
