Timestamp-Eingänge (EPP6224-0522)
Timestamp-Eingänge sind Digital-Eingänge, die Signalflanken zeitlich sehr hochauflösend detektieren.
Im Gegensatz zu Digital-Eingängen ohne Timestamp-Funktion arbeiten Timestamp-Eingänge ereignisgesteuert: Wenn eine Signalflanke detektiert wird, wird der aktuelle Zeitstempel im Gerät gespeichert. Der gespeicherte Zeitstempel wird mit den zyklischen Prozessdaten im darauffolgenden EtherCAT-Zyklus zur Steuerung übertragen.
Der Zeitstempel wird aus den EtherCAT Distributed Clocks (DC) gewonnen. Dadurch sind die Zeitstempel mit den Zeitstempeln von anderen DC‑fähigen EtherCAT‑Teilnehmern netzwerkweit vergleichbar (Abweichungen typischerweise deutlich unter 1 µs, abhängig von der Topologie).
Die Auflösung der Distributed Clocks und somit der Zeitstempel beträgt 1 ns.
Möglichkeiten und Grenzen
- Pro EtherCAT-Zyklus wird nur je eine steigende und eine fallende Signalflanke gespeichert. Sie können einstellen, ob bei mehreren Signalflanken pro EtherCAT-Zyklus der Zeitstempel der jeweils ersten oder letzten Signalflanke gespeichert werden soll.
- Die hohe Eingangsempfindlichkeit macht die Eingänge störempfindlich für Effekte wie z.B.
- Prellen
- EMV
Dies führt ggf. zu erhöhten Anforderungen an die Verkabelung und den Signalgeber (Sensor, Schalter, …).
Beispiel

In dieser Abbildung werden die steigende und die fallende Flanke von Puls A als Ereignis jeweils mit Zeitstempel erfasst und im darauffolgenden EtherCAT-Zyklus zur Steuerung übertragen. Die Zeitauflösung ist hier 1 ns, es liegt hier also eine für mechanische Verhältnisse „unendlich“ feine Zeitauflösung vor. Das Gerät speichert nur je eine fallende und eine steigende Flanke je Zyklus. Treten mehrere Flankenwechsel auf, wie z.B. die steigende Flanke von Puls C, wird das erste oder letzte Event gespeichert, je nach Konfiguration.